Ich könnte jetzt darüber schreiben, dass ja jeder einen Blog hat, und ich mich jetzt dem Massendruck ergeben habe, aber das ist Quatsch. Ich will mich nur mitteilen.

Tuesday, November 17, 2009

Musik für die Ewigkeit

Wie viele von euch wissen, beschäftige ich mich schon sehr lange mit Musik, insbesondere mit Rap, allerdings habe ich auch ein offenes Ohr für viele andere Musikstile, sei es Punk-Rock, Indie-Pop, Drum'n'Bass und viele andere Sachen.
Musik begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben. Meine Eltern haben viel Wert auf eine musikalische Erziehung gelegt, so dass ich schon früh in den Genuss von Musikunterricht und Chor-Proben gekommen bin.
Irgendwann, als ich ungefähr zwölf oder dreizehn Jahre alt war, kam ich zum ersten mal in Berührung mit der HipHop-Kultur und fand auf diese Weise eine Möglichkeit, meine Gefühle in Lyrik zu stecken und zu verbreiten.
In Musik liegt etwas, das in Menschen die stärksten Gefühle auslösen kann. Musik kann Menschen zum Weinen oder zum Lachen bringen, zum Ausrasten oder zum Runterkommen. Musik kann innigste Liebe transportieren aber auch zerstörerischen Hass und, im Anbetracht der poppigen Mainstream-Kultur, ebenso berechnende Ignoranz und Gefühlslosigkeit.
Fast alle Menschen können sich für eine oder mehrere Musikrichtungen begeistern und Menschen die gar keine Musik hören, wirken oft seltsam und nicht so ganz von dieser Welt.
Man kann am Musikgeschmack, bis zu einem gewissen Grad, Charakterzüge erkennen und viele Menschen suchen sich selbst ihren Freundeskreis gezielt nach dem Musikgeschmack aus; sind Teil einer (Sub)Kultur.
Musik ist für mich persönlich die beste Möglichkeit mich auszudrücken. Jede gefühllose Beschreibung kriegt durch einen Reim und einen darunter gelegten Akkord eine ungeahnte Tiefe, die mehr ausdrücken kann, als jedes Buch. Zudem schafft man mit Musik etwas das einzigartig ist, was vorher kein anderer geschaffen hat.
Man benutzt zwar Dinge wie Sprache oder Harmonien, die schon vorher genutzt wurden, allerdings nie genau gleich. Aufgrund dessen ist auch covern oder gar kopieren etwas einzigartiges, selbst wenn sich der Musiker dessen nicht bewusst ist.
Ich persönlich halte Musik für einen Teil dessen, was in Matthäus 6,20 als Schatz im Himmel bezeichnet wird: Musik ist insofern unvergänglich, da es Gefühle in Menschen auslöst, die nicht einfach wieder verpuffen. Viele Paare haben ein gemeinsames Lied, das ihre Liebe zueinander symbolisiert, und genauso haben viele Leute Lieder, die sie in einem bestimmten Lebensmoment begleitet haben. Musik kann zu vielen Dingen motivieren. Dazu sein Leben zu verändern, es neu auszurichten; Lieder können Leute in den Lobpreis fühlen. Allein deswegen sehe ich in Musik etwas das Potential für die Ewigkeit hat: Musik für die Ewigkeit.
Ich kann nur jeden dazu ermutigen, sich in irgendeiner weise musikalisch zu betätigen. Ich habe auf jeden Fall meine Art gefunden Gott zu begegnen.

Euer Gebull aus dem fernen Stuttgart

Monday, July 20, 2009

Der gigantische Gebull macht Stuttgart unsicher

Ah, ich kotze!

Seit einiger Zeit lebe ich im schönen Stuttgart, allerdings noch ohne festen Wohnsitz (ich gehöre nun also offiziell zu dem, was man landsläufig als Penner bezeichnet). Ich möchte die Gelegenheit nutzen und gleich etwas zu dieser Stadt erzählen, die, gelinde gesagt, zum Kotzen ist.
Das Gerücht vom geizigen Schwaben stimmt offensichtlich. Ich habe auf einer Party über eine Stunde damit verbracht, um Leute nach langen Blättchen anzuschnorren. An sich könnte man jetzt sagen - "OK, die sind halt etwas vorsichtiger, mit den Bullen hier unten ist ja auch nicht zu spaßen" (dazu gleich mehr) - aber genau die Leute, die noch vor wenigen Minuten behauptet haben, keine Blättchen zu haben, drehen sich, nach dem ich ihnen für eine kurze Zeit den Rücken zugewandt habe, vor meinen Augen ein Tütchen, scheinbar mit eigenen Blättchen.
Nun ja, wenn dies der einzige Punkt wäre, würde ich ja noch ein Auge zudrücken können. Allerdings ist es so, dass die - schon weiter oben erwähnte - Polizei-Presens in Stuttgart und Umgebung Ausmaße annimmt, die für den normal-kriminellen Durchschnittsbürger kaum noch zu händeln sind. In jeder verlorenen Gasse, von jedem verträumten Kaff fahren am Tag im Durchschnitt mehr Bullenautos entlang, als in Köln-Ehrenfeld, direkt neben der Wache. Ist kein Witz, manchmal fragt man sich wirklich, woher die überhaupt die ganzen Leute haben.
In Stuttgart sollte man also auf der Hut sein und am besten auch keinen tragen, der auf deinen Musikgeschmack hinweisen könnte. HipHop-Fans und Punks sind nämlich ein besonders beliebtes Ziel der Ordnungshüter, die im übrigen mitlerweile in Blau-Weiß statt in Grün-Weiß unterwegs sind. Zu der inhaltlichen Hässlichkeit kommt nun also auch eine Optische hinzu, was die ganze Misere nicht gerade verbessert. Misere ist übrigens der lateinische Fachbegriff für ein Phänomen, das im Volksmund als Mundstuhl bezeichnet wird: Die Scheiße steht einem quasi bis zum Hals.
Eine Sache will ich der Stadt aber wirklich zu Gute halten. Im Vergleich zu Köln ist die HipHop-Kultur in Stuttgart nach wie vor eine vorbildliche Sache. Es finden sehr häufig, sehr gute Partys statt, es gibt Möglichkeiten zum Freestylen und der Zusammenhalt in der Szene ist großartig. In Köln sagen zehn Leute zu, dass sie auf einen Gig von dir kommen. Tatsächlich kommen höchstens zwei, aber nur wenn sie auf der Gästeliste stehen. In Stuttgart fragt man einen und der bringt noch zehn Leute mit. Dinge wir Loyalität, Verbindlichkeit und Konsequenz werden in der baden-württembergischen Hauptstadt groß geschrieben, manchmal so groß, das es einen lockeren Kölner wie mich manchmal fertig macht. "Et kütt wie et kütt" steht hier nicht mehr an der Tagesordnung.
Nun ja, so schnell wird mich diese Stadt nicht mehr los. Ich habe in Köln geschworen, Stuttgart den Punkrock zu bringen und ich werde hier auch nicht mehr weg gehen, bis ich das geschafft habe.

In diesem Sinne...

Grüße vom Gebull

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Monday, February 02, 2009

Bergpredigt Part II - Trost vs Leichtes Leben

Matthäus 5, 4:
Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.

Lang, lang ist's her.
Leider habe ich diesen Blog aus meinem Leben verdrängt, aber ab jetzt lohnt es sich wieder reinzuschauen.
Also: Die Bibelstelle setzt sich mit den Leuten auseinander, die Leid ertragen müssen.
Auf den ersten Blick wirkt diese Bibelstelle wie ein Glorifizierung des Leides, was dem Christentum ja sehr häufig vorgeworfen wird.
Es geht hier meiner Meinung nach aber nicht um eine Relativierung des Leides, sondern um einen Vergleich.
Es stellt sich die Frage, was wohl eine größere Zufriedenheit auslöst: ist es ein leichtes Leben, in dem man nie vor schwere Entscheidungen gestellt wird, oder ist es ein hartes Leben, in dem man in der letzten Konsequenz Trost erfährt.
Ich denke, in dieser Welt gibt es so gut wie keinen Menschen, der wirklich zufrieden mit seinem Leben ist. Vielen wird es im großen und ganzen okay gehen, aber ich kenn keinen Menschen, der rund um zu Frieden mit seiner Situation ist.
Die einen haben finanzielle Probleme, andere habe keine echten Freunde, wieder andere haben schwere Schicksalsschläge erlitten, und wieder andere haben so eine undefinierte Unzufriedenheit, obwohl objektiv betrachtet alles gut verläuft.
Jeder Mensch trägt irgendwelche Lasten mit sich rum. Und ich denke, das war vor 2000 Jahren auch nicht groß anders. Jeder Mensch wurde schon einmal vor die Frage des Sinns, in seinem Leben, gestellt.
Diese Seligsprechung bezieht sich demnach auf alle Menschen. Alle Menschen die Probleme mit sich rumtragen sind selig, da sie Trost erfahren werden.
In dieser Bibelstelle geht es also primär um den Trostbegriff.
Was bedeutet Trost? Ich denke viele verwechseln Trost mit dem Zusprechen gut gemeinter Worte und einer aufrichtigen Beileidsbekundung.
Dies widerspricht aber im biblischen Zusammenhang der jüdischen Tradition.
Die jüdische Gesellschaft hat sich in dieser Zeit zum größten Teil aus Handwerkern, Bauern, Fischern und anderen Arbeitern zusammen gesetzt. Für sie hatten Worte keine idealistische oder philosophische Dimension. Diese Art des Denkens findet man eher bei den gebildeten Griechen, und in der römischen Oberschicht.
Wenn der jüdische Durchschnittsmensch - und Matthäus war kein anderer - von Trost gesprochen hat, war damit kein nettes Reden gemeint, sondern eine tatkräftige Unterstützung, um den Menschen aufzuhelfen, und ihnen die Kraft zu geben, sich aus ihren Problemen zu befreien.
Aus dieser Perspektive betrachtet, bekommen die Worte, "denn sie sollen getröstet werden", eine ganz andere Bedeutung.
Es geht hier nicht darum, die Menschen mit Problemen, auf das Paradies oder den Himmel zu vertrösten, sondern ihnen die Hoffnung zu geben, das Gott, und auch andere Menschen, ihnen Unterstützung anbieten werden, um ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen; um nicht mehr Abhängig von ihrer Umgebung zu sein.
Ähnlich wie in Jessaga 58 mit dem Begriff des Fastens umgegangen wird, sollte hier mit dem Trostbegriff umgegangen werden.
Handeln statt zu reden, a little less conversation - a bit more action please.

Grüße

Gebull

Sunday, January 14, 2007

Bergpredigt Part I: Dummheit siegt!

Mt 5,3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.

Jaja provokanter Titel :D Die Theologen unter uns werden mich jetzt hassen, da geistlich arm mit Garantie nicht dumm bedeutet, aber so fehlinterpretiert passt diese Bibelstelle perfekt in mein Leben. Eigentlich wollte ich nur nen kurzen Artikel über meine momentane Situation schreiben aber (was für ein Zufall) ist der passende Vers dazu auch noch die erste Seligsprechung in der Bergpredigt. Also werde ich jetzt in unrgelmäßigen Abständen mir einen Satz vornehmen und meine Gedanken dazu äußern.

Also angefangen hat es heute so ca um halb 12 als ich mit nem Bekannten ein Skype-Telefonat darüber führte, was für eine Rolle das Proletariat bei der kommunistischen Revolution spielt usw. Als er ins Bett ging, hatte ich mit jemand anderen weiter darüber geschrieben und am Ende war ich relativ durcheinander geschüttelt und habe im Prinzip als Fazit geschrieben, dass ich am liebsten ein Nazi wäre, die hätten es wenigstens am einfachsten. Dazu möchte ich eine Rap-Passage des Rappers Justus Jonas zitieren:

Ich bin ein Mensch der allgemein schwarz sieht
und ihr könnt mir glauben ich wär gerne ein Nazi
alles wäre so einfach und die Juden an allem Schuld
Tja, mein Schicksal hat es anders gewollt


Später ging es dann mit einem anderen sehr tollen Menschen weiter und zwar über einen anderen Themenbereich, der aber auch eher der linken Theorie zuzurechnen ist und zwar den Gender-Theorys. Am Ende des Gesprächs bin ich wieder an nem Punkt angekommen, wo ich mir denke, dass ich mir manchmal wünsche einfach ein stumpfer Proll zu sein, dem alles egal ist, und der einfach das tut worauf er Bock hat.

In gewisser Art und Weiße verbietet mir das aber meine Innere Stimme, mein Gewissen... was auch immer. Irgendwas zwingt mich, dass ich mich mehr mit dieser Thematik außeinander setze. Wie ich bereits schrob, wünsche ich mir das mich das alles nicht interessieren würde und ich einfach "geistig arm" sein könnte, einfach alles glauben kann was man mir vorsetzt. Klar würde das nicht unbedingt viel verändern und es würde nichts an der Wahrheit ändern, aber trotzdem würde mir dann vieles sehr viel leichter fallen. Es gibt da so viele Sachen. Ich will nicht wirklich wissen, dass Kinder in der 3. Welt verhungern, weil wir hier mit unserm Essverhalten die Massentierhaltung unterstützen. Wenn ich das nicht wüsste, könnte ich ohne schlechtes Gewissen meine Milch trinken, meinen Käse essen und die Kekse mit Eiern reinmampfen. Wenn ich nicht wüsste, dass Coca Cola Gewerkschaftler ermoden lässt und in Afrika den Menschen das Trinkwasser absaugt um ihnen Cola zu verkaufen, könnte ich ohne Probleme und ohne schlechtes Gewissen sagen, dass Coca Cola die einzige Cola ist die mir wirklich schmeckt, und sie mit noch größeren Genuss trinken. Wenn ich nicht wüsste... wenn ich nicht wüsste... wenn ich nicht wüsste! Aber leider weiß ich das alles, und ich weiß auch das ich zu faul bin Sachen aufzugeben, die mir so liegen. Das sind alles Gewissheiten, die weh tun, und die man auch nicht so einfach wegdiskutieren kann. Ich beneide manchmal die Leute denen alles scheiß egal ist. So sehr ich die unpolitische Saufpunk-Szene auch verabscheue, manchmal wünsche ich mir was von dieser "Scheiß-Egal-Haltung", mit der sie ohne jedes schlechte Gewissen sich jeden Samstag hunderttausende an Gehirnzellen wegsaufen.
Es ist nicht unbedingt toll, aber wenn die Menschen ein ganz kleines bisschen was von dieser Unbesorgnis abbekommen würden, dann würde vieles in der Welt unverkrampfter laufen. Ich merk schon wie ich mir durch dieses Posting jetzt Feinde mache, deswegen beende ich es jetzt mal.
Zum Schluss will ich noch sagen, dass ich um mein Wissen und auch um meine Verwirrtheit schon froh bin, und dieses Wissen auch nutzen will, um etwas zu verbessern, ich wollte hier nur mal meine Gedanken aufschreiben. Wer was damit anfangen kann, kann es mir ja in die Kommentare schreiben.

Gruß

Micha

Sunday, December 31, 2006

Das Jahr neigt sich dem Ende zu

Hallo liebe Blog-LeserInnen!

ja wie ich bereits in der Überschrift schrob neigt sich das Jahr dem Ende zu. In ner guten halben Stunde werden wir das Jahr 2007 erreichen und irgendwie wird das jedes Jahr total hart gefeiert und alle freuen sich auf das neue Jahr, nehmen sich Sachen vor, hängen zusammen ab usw. Eigentlich ne coole entspannte Atmosphäre. Ich weiß jetzt nicht wirklich was ich hier schreiben soll aber ich habe das Gefühl ich sollte es tun. Ich bin leicht angetrunken und ein bisschen müde. aber mir geht es auf jeden Fall gut. Ja Silvester bzw Neujahr steht vor der Tür und im Augenblick wartet fast die ganze Welt auf diese Minute. Ich finde es schade das wir diese Vorfreude, diese Hoffnung nicht das ganze Jahr über haben können. Wir freuen uns auf den 1. Januar aber was ist mit dem 2. Januar? oder mit dem 17. August? Wenn wir diese Motivation die wir an Silvester haben auf das ganze Jahr übertragen könnten dann würden wir jeden Tag was neues schaffen. Ich hab hier zu eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Ich wollte euch allen nur ein frohes, neues Jahr wünschen und hoffen das ihr die Motivation die ihr vielleicht heute habt jeden Tag haben könnt. Viel Liebe und Kraft für euch alle!

Liebe Grüße

Micha

Wednesday, December 13, 2006

Amoklauf - oder warum die Egoshooter nicht schuld sind

Hallo liebe BlogleserInnen!
es gibt Menschen die gucken kein Fernsehn. Und ich gehöre zu ihnen. Das heißt es gibt Sachen die wir nicht so schnell erfahren wie manch ein anderer. Es gibt aber einige Sachen von denen erfahren auch Leute die kein Fernsehen gucken relativ schnell. Der Amoklauf in Emsdetten vor einigen Wochen gehörte dazu. Jeder Mensch der nicht total abseits von der Realität lebt hat da wohl von mitbekommen. Die Geschichte kennen wir irgendwoher. Junger frustierter Mann, keine FreundInnen, Schule verkackt, Leben verkackt, Counterstrike-Fan nimmt nimmt sich ne Waffe setzt nen kurzen, möglichst pathetischen Abschiedsbrief ins Netz und geht in seiner ehemaligen Schule rumballern. Glücklicherweise war der Kerl zu dumm um vernünftig zu zielen und hat zum Glück keinen umgebracht außer sich selbst. Trotzdem. Wichtige Leute und weniger wichtige Leute diskutieren danach darüber. Wie kann sowas passieren? Warum? Weshalb? Wieso? Und sie diskutieren nicht heimlich darüber sondern meist sehr medienwirksam. Z.B. bei Sabine Christiansen. Und es wird nach einer Antwort auf diese ganzen Fragen gesucht. Es dauert nicht lange und schon werden die Computerspiele dafür verantwortlich gemacht. Counterstrike z.b. es wird nach Indizierungen geschriehen, es werden Verbote gefordert und alle Leute die Counterstrike spielen werden mit dem jungen Bastian in einen Topf geschmissen. Potenzielle Amokläufer, krank, gestört. Wie kann man blos Spaß daran haben Leute umzubringen.
Andere Sachen werden großzügig ignoriert. Es wäre ja ne Schande wenn es wirklich etwas mit unserem tollen, kapitalistischen Schulsystem zu tun haben könnte. Es wäre ja undenkbar das unsere Gesellschaft, welche schon vom Kindergarten an darauf aufgebaut ist produktive Arbeitermachinen zu entwickeln, etwas damit zu tun haben könnte. Ich habe den Abschiedsbrief von diesem Jungen gelesen. Er hat viel dummes Zeug geschrieben und ich will sein Verhalten nicht entschuldigen in keinster Art und Weise. Aber er hat ziemlich genau geschildert warum er diesen Anschlag machen wollte. Nicht weil er irgendwelche aufgestaute Wut hatte und Counterstrike nicht mehr gereicht hat um sie abzureagieren. Nein er hatte Wut auf diese Gesellschaft die immer nur funktioniert hat. Er hatte Wut auf angepasstes Leben, er hatte Wut auf Kapitalismus seit der Grundschule. Seine Wut war fehlgerichtet. Er sprach in seinen Brief auch von Muchels und verwendete Worte wie Neger und Kanake. Er sah sich zwar wohl als links aber sein Gedankengut war komplett verblendet von dieser Gesellschaft. Er richtete seine Wut gegen einzelne Menschen, Menschen die genau wie er von diesem System benutzt und verblendet worden waren. Er richtete seine Wut nicht gegen die Strukturen selber. Er nahm eine Waffe und richtete sie auf die Spieler. Doch er selber war auch nur eine weiterer Spieler der es nicht geschafft hat im Spiel das Kapitalismus heißt bis ans Ziel durchzukommen. Die einen verlieren weil es mächtigere Spieler gibt die sich ihnen in den Weg stellen (z.B. in der sogenannten 3. Welt) die anderen verlieren weil sie aufgeben. Er selber hat sich nur anderen Spielern in den Weg gestellt. Dont hate the Player - hate the game. Nicht desto trotz kam seine Wut nicht durch Computerspiele sondern durch dieses System welches Gewalt noch in einer ganz anderen Form zeigt. Denkt nach, Leute!

Gruß

Micha

Wednesday, November 08, 2006

Alter, hast du die gesehen...?

Hallo liebe BlogleserInnen!

so das ist das erste mal das ich eher über ein politisches als über ein theologisches Thema schreibe. Ich finde zwar das man dies nicht von einander trennen kann aber mit diesem Post kann ich dann eventuell auch Leute ansprechen die mit Gott nicht so viel am Hut haben. Und zwar geht es um ne Sache die mich schon seit längerer Zeit verfolgt: Die Einteilung von Menschen in Schön und Hässlich auch genannt Lookism.
Wir kennen das: wir gehen durch die Stadt mit Freunden und früher oder später sieht man nen Obdachlosen oder einen Menschen der nicht so ganz ins Stadtbild passt. Direkt wird getuschelt: "Alter, hast du den gesehen? Guck mal wie der aussieht!"
Andere Situation: Du schreibst Bewerbungsbriefe. Was darf natürlich auf gar keinen Fall fehlen? Das Bewerbungsfoto natürlich. Von Anfang an werden Leute die optisch nicht in den Beruf passen aussortiert. Man lässt seine Bewerbungsfotos natürlich professionell beim Fotografen machen. Einige Fotos werden geschossen, und es wird das ausgewählt wo man am "besten" drauf aussieht. Ich kenn es von mir selbst das ich mich für Fotografen-Termine meist noch besser herausputze als für das eigentliche Vorstellungsgespräch. Der 1. Eindruck zählt wird dann gesagt. Solche Aussagen beweisen immer mehr das wir in einer Gesellschaft leben in der die Oberflächlichkeit (der 1. Blick) anscheinend wichtiger ist als das was wirklich im Menschen drin steckt. Ein Bewerbungsfoto sagt plötzlich mehr über den Menschen aus als einem lieb ist. Und schon in der Schule lernt man das man für Bewerbungsfotos bitte keine Urlaubsbilder oder ähnliche Bilder nehmen soll. Aber warum? Diese Bilde zeigen wenigstens ein bisschen was von der Persönlichkeit des Menschen als ein neutrales, klinisch reines Foto aufgenommen in einem miefigen Fotografen-Zimmer. Warum werden anstatt Bewerbungsfotos keine selbstgemalten Portraits von einem verlangt. Diese sagen ein vielfaches mehr über den Menschen aus. Und so weiter. Die Diskriminierung von Leuten die nicht der Schönheits-Norm der Gesellschaft entsprechen fängt bereits im Kindergarten an wo Kinder aus Familien die nicht das Geld für gute Klamotten haben oft von anderen Kindern ausgeschlossen und gehänselt werden. Und spätestens auf der weiterführenden Schule ist es wichtig das du unbedingt die Klamotten von der und der Marke trägst da du ansonsten nicht cool bist. Die schlimmste Diskriminierung erfahren allerdings Kinder die durch eine sogenannte "Behinderung" von natur aus nicht der Schönheitsnorm entsprechen, bspw. Kinder mit "Segelohren" oder einer "Hasenscharte". Auch Mädchen mit sehr kurzen Haaren oder Jungen mit eher engen Klamotten werden von ihrer Umgebung oftmals wie aussätzige behandelt. Es ist sehr traurig aber leider ist es so. Das einzige was man tun kann ist ein deutliches Zeichen gegen Lookism und alle anderen Formen der Diskriminierung setzen und sich dagegen aussprechen.
weitere Infos auf www.lookism.info und www.myspace.com/antilookism

grüße

euer Micha

Früchte des Zorns

ihr merkt schon in letzter zeit sind meine Postings relativ belanglos. Ich hab irgendwie nicht so viel zu schreiben. Die Christen unter euch können mal für mich beten das ich wieder neue Ideen bekomme, die anderen dürfen mir die Daumen drücken^^

Der Grund warum ich schreibe ist diesmal eine Wahnsinnig geile Band die mir vor kurzem ein Internet-Freund schickte (hier viele Grüße an Daniel aus Bayern^^): Früchte des Zorns geht bitte auf deren Seite und ladet euch das Album runter oder kauft es euch eventuell auch die sind auf jeden Fall zu unterstützen. Sehr krass sind die Lieder: "Brennen", "Tief im Nacken", "Liebeslied", "Kinderlied", "Das macht ihr nicht kaputt", "Der Herz ist ein Muskel in der Größe einer Faust" und "Dein Haus ohne Türen".
Besonders das letzte und "Tief im Nacken" gehen besonders unter die Haut. Im Lied "Dein Haus ohne Türen" geht es um einen Menschen der vergewaltigt wurde und die Gedanken von diesem danach. Sehr krass. "Tief im Nacken" verstehe ich nicht hundertprozent so weit ich aber weiß geht es um einen Psychatrie-Insassen der Selbstmordgedanken hat. Sehr krasse Lieder, sehr tiefgehend, sehr philosophisch aber dennoch so das fast jeder denkende Mensch sich mit ihnen verbinden kann. Die Musikrichtung schwankt zwischen, Folk, Punk, Liedermacher-Zeug und Elementen des Poetry-Slam. Wirklich sehr geil.

viel Spaß mit dem Album

gruß

Micha

P.S. für alle Gitarristen und Klavierspieler usw stehen auch die Akkorde bereit zum Download aber das wird fast nicht gebraucht das sich bei 95% der Lieder die Akkorde auf C, Em, G, D und/oder Am reduzieren